Museum Bahnhof Friedland

Bauherr:                    Staatliches Baumanagement Südniedersachsen
Ausführung:               2014 - 2015
LPH:                            2-7
LPH:                              8, Ingenieurbüro großmannplanung Göttingen                 
Projektkosten:           ca. 3,50 Mio. €             
Projektleitung:          Dipl.-Ing. Uwe Kleineberg
Tragwerksplanung: Ingenieurbüro großmannplanung Göttingen     

Denkmalpflege:        Nds. Landesamt für Denkmalpflege, Herr Kappes


Der nicht mehr in Betrieb befindliche denkmalgeschützte Bahnhof Friedland wurde zum „Museum Friedland“ des Grenzdurchgangslagers Friedland mit dem Themenschwerpunkt "Flucht und Vertreibung" umgebaut. Das Museum Friedland erzählt Migrationsgeschichten an einem einzigartigen Ort. Zentraler Bezugspunkt ist das Grenzdurchgangslager Friedland, das seit 1945 über vier Millionen Menschen passierten. („Tor zur Freiheit“). Es nimmt die vielschichtigen Prozesse von Abschied, Ankunft und Neubeginn auf. Die Dauerausstellung in dem ab 2014 denkmalgerecht ertüchtigten Bahnhof Friedland wurde 2016 eingerichtet. Die kleine, pittoresk komponierte Gebäudegruppe des Bahnhofs wurde 1890 als Massivbau in roten Klinkern mit Werksteinelementen erbaut, akzentuiert von einem Treppen- und Uhrenturm unter steilem Dachhelm. Der ehemalige Güterschuppen dient als Eingangsbereich des Museums.
Ein notwendiges Treppen- und Aufzugselement wurde als zeichenhafte Gangway zur Gleisseite in den Bestand eingefügt. Gebäudefeste Ausstattungsstücke wie Fliesenboden und Zierdecken aber auch Luftschutzeinrichtungen aus dem Zweiten Weltkrieg im ausgebauten Keller werden als Exponate in situ zugänglich gemacht.  Die Ziegelfassade mit Fenstereinfassungen aus Naturstein wurde gereinigt, Verfugungen erneuert und die Vermauerung partiell instand gesetzt. Die Schieferdacheindeckung wurde einschl. der Fassadenanschlüsse erneuert. Die (nicht bauzeitlichen) Fenster wurden durch Holzfenster nach historischen Vorlagen ersetzt. Im Inneren wurden Befundflächen für historische Fassungen durch Restauratoren angelegt. 

Auf 400 m² Ausstellungsfläche zeigt ein chronologisch angelegter Rundgang in sieben Kapiteln die Entwicklung des Grenzdurchgangslagers von 1945 bis heute. Die Ausstellungsgestaltung vom Büro Ursula Gillmann, atelier gillmann + Co, und Matthias Schnegg, groenlandbasel, wurden von Kleineberg Architekten koordiniert. Die Baumaßnahmen wurden im laufenden Bahnbetrieb durchgeführt.