Über uns
Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Sanierung und Umnutzung denkmalgeschützter Bauten, die Präsentation des Denkmals als Exponat seiner selbst, oft gleichzeitig in Verbindung mit Konzeptentwicklung musealer Nutzungen und konkreter Umsetzung in innovativer Ausstellungsarchitektur. Die intensive Auseinandersetzung mit der Situation, der behutsame gestalterische Umgang mit den charakteristischen, meist historischen Orten, die Interpretation der Spuren des Gebäudegebrauchs und die sensible, spannungsvolle Einfügung neuer Architekturen
sind die Prinzipien unserer Herangehensweise.
Unsere Kompetenz liegt zugleich in der inhaltlichen, ganzheitlichen Konzeptentwicklung mit den Auftraggebern. Die frühzeitige Verzahnung und Zusammenarbeit zwischen Architekt und innovativen Tragwerksplanern, Landschaftsarchitekten, Restauratoren, Grafikateliers, Mediengestaltern und Wissenschaftlern, sowie die Nutzung der Wechselwirkungen von inhaltlicher Arbeit und kreativer Umsetzung, die hohe Planungsqualität, die Steuerung von Bauablauf und Terminen und die effektive Kostenkontrolle sind unsere Standards und gewährleisten optimale Ergebnisse.
Uwe Kleineberg
Bert Härtl
Dipl.-Ing. Architekten AKN
Unsere Herangehensweise
Inspiration für die Planungsarbeiten durch ein altes Gebäude, ein Baudenkmal
- keine Frage: ja -
denn mit dem Grundprinzip „Erhaltung durch Nutzung“ und mit unserer Herangehensweise versuchen wir, aus Zwängen Chancen und aus gegebenen Strukturen Potentiale zu entwickeln.
Das ist für uns Planer und Architekten im Team mit den Beteiligten ein faszinierendes Thema.
Die denkmalpflegerischen und architektonischen Erhaltungsprinzipien
Ein stufenweises Vorgehen bei der Planung ist die wesentliche Leitlinie für Sanierungen und Umbauten.
- Baubestandsuntersuchungen, um detaillierte Kenntnisse über die Historie des Baudenkmals und den Bauzustand des Gebäudes zu erhalten (Schadensanalyse, Anamnese),
- danach Bausicherungen, um durch Sofortmaßnahmen die Original-Substanz vor möglichen fortschreitenden Schäden zu bewahren,
- und schließlich Reparaturen oder Sanierungen, um geschädigte Baukonstruktionen wiederherzustellen in authentischen Materialien und Konstruktionen. Auf diese Schritte folgt die Konzeptentwicklung für „Initialzündungen zu einer dauerhaften Erhaltungsstrategie“ als Projektidee:
Umbau und bauliche Ergänzung für neue Funktionen eines Denkmals, zur behutsamen baulichen Anpassung der Gebäude an Zukunftsaufgaben im historischen Kontext. Diese Maßnahmen sind eingebettet in ein spezielles, mit dem Bauherrn, dem Planer, dem Nutzer, der Denkmalpflege und dem Eigentümer entwickeltes Verständnis vom Umgang mit dem Baubestand
Thema „Gebrauchsspuren erhalten“
Im Vordergrund sämtlicher Überlegungen zu Umbaumaßnahmen an einem Baudenkmal stehen für uns schonende Reparaturen und behutsame materialgerechte Sanierungen. Sie haben zugleich das Ziel, die am Gebäude ablesbaren geschichtlichen Spuren zu sichern und einschließlich aller Gebrauchsspuren zu bewahren. Sie zeugen von Menschen, die in den Bauten gelebt und gearbeitet haben. Die Gebrauchsspuren werden – wie die Gebäude selbst – als „Dokumente des authentischen Ortes“ erhalten und im Zusammenhang mit den neuen Nutzungen präsentiert.
Thema „Der authentische Ort als Exponat seiner selbst“
Bei jedem Gebäude, das ein Baudenkmal ist, handelt es sich um ein Exponat seiner selbst, dessen Bausubstanz zusammen mit seinen originalen Ausstattungen, Farbigkeiten und Ausmalungen ein aufgeschlagenes biografisches Lesebuch ist.
Es geht uns Architekten beim gestalterisch Umgang um das Prinzip, Geschichte dort zu erhalten und zu vermitteln, wo sie stattgefunden hat. Die historischen Originalschauplätze verbleiben „in situ“, der authentische Ort kann z. B. durch behutsam eingefügte, begleitende architektonische und grafische Präsentationen „zum Sprechen gebracht“ werden – dieses Prinzip sollte bei jeder Art von neuer Funktion bei Umnutzungen eingehalten werden.
Thema „Inspiration“
Wir suchen bei der konzeptionellen Arbeit immer nach dem Wesen eines Baudenkmals, nach bislang unbekannten Merkmalen, die einem Ort oder einer räumlichen Situation innewohnen – um sie zu entfesseln.
Denn oft ist es die „List“ eines Konzepts, als Projektidee aus dem vorgefundenen Objekt inspiriert -häufig etwas Behutsames, Einfaches- um eine überzeugende Planung der Umbauten entwickeln und gestalten zu können.
Thema „Intervention“
Nutzungsbedingte Eingriffe in den Baubestand, wie beispielsweise
- neue Erschliessungen, Herstellung der Barrierefreiheit, Aufzugsanlagen
- Integration neuer Funktionsbereiche für Besucher
- Bauliche Brandschutzmaßnahmen
werden von uns als „Interventionen“ deutlich erkennbar gemacht. Dabei verfolgen wir ein konsequentes gestalterisches wie denkmalpflegerisches Konzept:
Es geht darum, die charakteristischen Architekturen mit ihren ausgeprägten Gebrauchsspuren in ein neues Konzept des Fortbestandes einzubringen. Wenn im Regelfall - wie oben genannt- aus Gründen der Umnutzung architektonische Eingriffe in die Bausubstanz erforderlich sind oder aus Nutzungsgründen bauliche Ergänzungen nötig werden, so darf die materielle Originalsubstanz und die Gestaltungsqualität nicht beeinträchtigt, bedrängt oder überformt werden. Die Interventionen sollen respektvoll und zudem reversibel sein, zugleich aber auch als Attraktoren die Strahlkraft des historischen Gebäudes stärken.
Unsere architektonische Leitlinie ist, die neuen Architekturelemente nicht mit den historischen zu vermischen, sondern sie bewusst von der historischen Umgebung abzusetzen. Dieses Verfahren bezeichnen wir als „Zwei-Schichten-Konzept“. Die notwendigen Veränderungen werden von uns also als respektvolle Interventionen klar lesbar konzipiert und ganz bewusst als neue architektonische Hinzufügungen kenntlich gemacht.
Diese „Nahtstellen“ als jene Orte, an denen sich die alte und neue Architekturen begegnen, dürfen nicht verwischt werden. Sie fordern zur gestalterischen Formulierung auf.
Das „Zwei-Schichten-Konzept“ für den architektonischen Umgang mit historischer Substanz sorgt dafür, daß alles was „alt“ aussieht auch tatsächlich alt ist. An jeder Stelle soll die authentische, substanziell erhaltene, historische Schicht des Baudenkmals von der neu hinzukommenden architektonischen Schicht zu unterscheiden sein.
Historisierende Nachahmungen vermeiden wir grundsätzlich. Durch Anpassung oder gar Imitation würde die historische, echte Substanz entwertet und der Betrachter getäuscht werden. Die neue Architektur einer Umnutzung erfolgt in der Formensprache unserer Zeit und nicht als historisierende Replik.
So bedeutet „Umbau“ nicht zuletzt eine qualitative Fortschreibung der Baugeschichte des Baudenkmals und der wechselnden Spuren des Gebrauchs.