Lokhalle Göttingen
Bauherr: GWG mbh, Göttingen (Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen mbH)
Ausführung: 1997 - 1999
LPH: 2 - 5
LPH: 6 - 8, Dipl.-Ing. Jürgen Schenk, Göttingen
Projektleitung: Dipl.-Ing. Uwe Kleineberg
Tragwerksplanung: HIG, Prof. Dr. Ing. R. Hempel, Köln
Denkmalpflege: Nds. Landesamt für Denkmalpflege Hannover
Sanierung des Industriedenkmals und Ausbau zu einer multifunktionalen Veranstaltungs- und Ausstellungshalle für 7.500 Zuschauer und
9.000 qm Ausstellungsfläche.
Das Bauvorhaben umfasste die vollständige denkmalgerechte Sanierung der Bausubstanz, Sanierung der Fassaden, die Adaption des historischen Dachtragwerks und der Kranbahnen für die Nutzung und die architektonische Integration von multifunktional nutzbaren Veranstaltungs- und Ausstellungsflächen mit variablen Bühnen und Bestuhlungen sowie entsprechenden Nebenräumen für Künstler und Besucher einschließlich der notwendigen Infrastruktur, Luftheizung über die ehemaligen Montagegruben, Fußbodenheizung, Akustik, Brandschutz, Bühnen- und Beleuchtungstechnik etc.
In enger Zusammenarbeit mit einer interdisziplinär besetzten Fachplanungsgruppe wurde von Anbeginn an der komplexen Planungsprozess koordiniert und auf der Grundlage einer speziellen tragfähigen Strategie die markante Industriearchitektur der Lokhalle zu einer riesigen lebendigen Landmarke in der Stadt und der Region entwickelt.
Mit dem Entwurf, den eingefügten neuen Konstruktionen und Technikelementen sowie der sensiblen Arbeit im Detail wurde ein faszinierender Ort mit einem ganz besonderen Raumerlebnis geschaffen. Die Patina des Ziegelmauerwerks, die mächtigen Stahlstützen und die Kranbahnen mit ihren Gebrauchsspuren, die besondere Lichtwirkung der Shedoberlichter, Industriesprossenfenster und der hohen schmalen Wandöffnungen mit historischen grünlichen Glasbausteinen, die original nachgefertigt wurden, machen den besonderen Reiz und die Einmaligkeit dieses Raumes aus. Maßnahmen:
Sanierung und Ertüchtigung des Dachtragwerkes, Einbau eines neuen räumlichen Stahlfachwerkträgers, um die ca. 80m lange Halle stützenfrei zu überspannen. Fassadensanierung mit denkmalgerechter Erneuerung der Fenster und Original - Glasformsteine, Einbau einer Fußbodenheizung und einer Lüftungsanlage, bauakustische Maßnahmen. Der Abtrennung von Foyer und Veranstaltungshalle dienen an Kranbrücken abgehängte Raumcontainer. Der ursprüngliche Charakter der ehemaligen “Lokomotivrichthalle” wurde mit Ihren Gebrauchsspuren weitestgehend erhalten, bei gleichzeitiger Nutzbarkeit für Veranstaltungen von Sinfoniekonzerten bis zu vielfältigen Events.