Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ Drütte
Bauherr: Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ Drütte / Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V. (Ausstellung)
Glückauf Immobilien GmbH (Gebäude)
Ausführung: 2019 - 2023
LPH: 1-8
Projektleitung: Dipl.-Ing. Uwe Kleineberg
Dipl.-Ing. Stefanie Schneidewind
Denkmalpflege: Stadt Salzgitter, Herr Lücke
Ausstellung: Grafikatelier Hinz & Kunst in Zusammenarbeit mit Kleineberg Architekten
Die Erweiterung und Neugestaltung lehnt an die Sprache des bestehenden Ausstellungsbereiches von 1994 an. Stahl -gerostet- als authentisches „Material
des Ortes und der Zwangsarbeit“ findet kombiniert mit Glas und weißen Flächen seinen Einsatz. Die gestalterische Wirkung und die unproblematische Pflege
der Rostflächen haben sich bewährt. Die Formsprache der Kuben wird aufgegriffen jedoch zeitgemäß bespielt und mit Medien und Vitrinen bestückt. Inhalte können durch Austausch der Tafeln auf einfache Weise aktualisiert werden. Der Eingangsraum bietet einen Bereich des Ankommens und der Versammlung
für Gruppen. Ein thematischer Einstieg mit Prolog erfolgt durch die Kuben mit einem Parcours zu einzelnen Thematiken.
Zum Konzept der Szenografie:
Das bereits im Wettbewerb entwickelte inhaltlich‐räumliche Konzept hat grundlegende szenografische Bedeutung für die Ausstellungsrealisierung. Es wurde
eine inhaltlich‐konzeptionelle klare Dreiteilung entwickelt, die erlebbar ist:
1. Kuben als Raum im Raum
Symbolisierung der räumlichen Enge / Bettentürme / Situation der Menschen im Lager / Ausstellungselemente als Volumen / Körper, thematischer Einstieg
2. Stelen als Stelenfeld
Stelen im Kontrast zu den Volumen – Flächen symbolisieren Individuen resp. individuell verankerte Themen. Dem Besucher treten Flächen entgegen, szenografischer Wechsel im Erleben der Ausstellung, emotionale Einstimmung.
Fokus auf Einzelschicksale: persönliche Zitate, Bezug zum Alltag (Vorderseite)
thematische Vertiefung, Andocken von Vitrinen und Medien (Rückseite), Biografien in der Vertiefungsebene
3. Krankenrevier als authentischer Ort
Spuren als Zeugnisse der Historie des Raumes / Dokumente in der Weite des überlieferten Raumes, Offenheit im authentischen Ort
Der ehem. KZ-Bereich unter der Hochbrücke des Stahlwerks wird als Exponat seiner selbst erlebbar, »pur« mit einem schwebendem‐Steg, "begehbare Inhalte".
In der ersten Wahrnehmung eher unspektakuläre Befunde werden zur Entdeckung. Abstrakte Visualisierungen durch Zargen ehem. Türstellen erläutern die ehem. Räumlichkeiten. Tableaus am Handlauf bieten eine weitere Informationsebene (Spuren). Der Zugang zum kleinen Saal ermöglicht eine intime Erfahrung der Räumlichkeit mit genauer Betrachtung der Wandspuren Glasstele mit einer erhaltenen Bleistift-Zeichnung.
Der Glassteg führt durch das ehem. Krankenrevier. Dort enthält eine stählerne Wandscheibe ein Zitat zum ehem. Leichenraum und öffnet erst später den Blick in den Raum.
Seminarraum
Den Abschluß bildet ein Seminarraum, der als frei eingestellter gläserner Raum jederzeit den Bezug zum authentischen Ort ermöglicht. Es entsteht insgesamt eine Ausstellung, die mit ihren differenzierten Rezeptionsebenen und Bereichen
auf das Entdecken ausgerichtet ist.
Gedenkstätte KZ Drütte, Salzgitter - Lichtdesign-Preis