Gedenkstätte Buchenwald
Umbau und Sanierung des ehemaligen Kammergebäudes mit Dauerausstellung zur Geschichte des Konzentrationslagers Buchenwald, 1994 - 1995.
Im Jahr 2016 erfolgte eine Neugestaltung der Dauerausstellung zur Geschichte des Konzentrationslagers Buchenwald.
Neubau Ausstellungsgebäude mit Dauerausstellung zum sowjetischen Speziallager, 1997.
Umbau eines bestehenden Funktionsgebäudes, Dauerausstellung zur Geschichte der Gedenkstätte Buchenwald, 1999.
Bauherr: Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora
Ausführung: 1993 - 2000
LPH: 1 - 8
Projektleitung: Dipl.-Ing. Uwe Kleineberg
Mitarbeit: Dipl.-Ing. A. Pohl (Kleineberg Architekten)
Denkmalpflege: Stiftung Gedenkstätten
Ausstellung: Grafikatelier Hinz & Kunst in Zusammenarbeit mit Kleineberg Architekten
Für die Gedenkstätte Buchenwald wurden von 1993 bis 1999 drei Bau- und Ausstellungsprojekte realisiert:
- 1993 bis 1995 Neugestaltung der historischen Dauerausstellung zur Geschichte des KZ Buchenwald (1936 - 45) und Umbau des ehem. Kammergebäudes.
- 1996 bis 1997 Neubau eines Dokumentenhauses und Dauerausstellung zum Sowjetischen Speziallager Nr. 2, Buchenwald (1945 - 50)
- 1999 bis 2000 Umbau eines ehem. Funktionsgebäudes zu einer Ausstellungshalle und Realisierung der Dauerausstellung zur Geschichte der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald in der DDR-Zeit
Alle drei Vorhaben standen - aus jeweils unterschiedlichen Gründen - in der inhaltlichen Gestaltung unter sehr hohem politischen und in der praktischen Umsetzung unter ebenso hohem Zeitdruck. Die Einweihung der Gebäude und der Ausstellungen waren jeweils zu bestimmten historischen Terminen geplant, deren Einhaltung von großer politischer Bedeutung waren.
Besondere und dabei auch sehr unterschiedliche Anforderungen gingen dabei von den jeweiligen Gebäuden aus.
Kammergebäude mit historischer Dauerausstellung
Beim Kammergebäude in Buchenwald (KZ-Ausstellung) musste umfangreich und zugleich behutsam und sensibel in die Bausubstanz eingegriffen werden (Eingangssituation, innere Erschließung, Treppen).
Das inhaltlich-räumliche Konzept der Ausstellung nimmt Bezug auf die ursprüngliche Funktion des Gebäudes als Effektenkammer. Stahlwände mit Vitrinenöffnungen präsentieren das Material wie in einem Archiv.
Folgende Kriterien kamen bei der Gestaltung der Ausstellung wesentliche Bedeutung zu: Integration der historischen Baustruktur und ehemaligen Gebäudenutzung als "strukturelles Rückgrat". Einbeziehung des "Umfeldes / Aussengeländes" in das Erlebnis der Ausstellung durch die Wegeführung im Gebäude, d.h. durch das Erschließungskonzept der einzelnen Themen / Bilder. Entwicklung einprägsamer, wiederkehrender Ausstellungselemente: Motive "Schotte / Scheibe / Winkel" und "Tisch" (Magazin, Lager): Prinzip der "formalen Reduktion" der Ausstellungselemente für den Bedeutungsgewinn der Relikte.
Neubau und Dauerausstellung zum Sowjetischen Speziallager
Die Errichtung des neuen Ausstellungsgebäudes für das Speziallager Buchenwald wurde in einer Zeit konzipiert, als noch nicht davon ausgegangen werden konnte, dass sich die ehemals sowjetischen Archive jemals öffnen würden. Als dies dann doch geschah, war das Gebäude eigentlich schon vor seiner Fertigstellung zu klein ausgelegt. Es ist durch das entwickelte Ausstellungssystem gelungen, dass die Menge der plötzlich zur Verfügung stehenden Unterlagen bewältigt werden konnte.
Umbau Funktionsgebäude und Einfügung einer Dauerausstellung zur Geschichte der Gedenkstätte in der DDR-Zeit
Die Ausstellungshalle zur Darstellung der Geschichte der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald wurde aus einem profan genutzten Gebäude mit Entkernungen, Anbauten, Ausbau von Kellerräumen etc. auf schwierigem Baugrund entwickelt. Es war konzeptionelle Leitlinie, dass das aus der DDR-Zeit stammende Funktions-Gebäude nicht die Bedeutung der Ausstellung überlagert.